Alternative Konfliktlösungsverfahren

Eine Weiche für den Erfolg außergerichtlicher Streitbeilegung ist schon vor Eintritt in das Verfahren zu stellen: Der Mediator hat aus den bestehenden Alternative Dispute Resolution(ADR)-Verfahren das passende zu wählen. Die Verfahrenswahl richtet sich  nach dem jeweiligen Konflikt und den Zielen der Beteiligten. Wir bieten die dafür nötige Erfahrung.


Das Verfahren der Mediation lässt sich durch verschiedene Merkmale gegenüber der gerichtlichen und außergerichtlichen Streitbeilegung abgrenzen, aber auch gegenüber personenbezogenen Beratungsverfahren:

Streitiges Verfahren vor Gericht

Im Gerichtsverfahren wird die Verantwortung über die Entscheidung des Konfliktes dem Richter übertragen, der in Bindung an das materielle und das Prozessrecht sein Urteil fällt. Gerichtsentscheidungen sind in Anwendung zwingenden Rechts fremdbestimmte Entscheidungen, im Mediationsverfahren gefundene Regelungen sind eigenbestimmte und selbstverantwortliche Regelungen.

 ADR Verfahren

Komplementär zur streitigen Konfliktaustragung vor Gericht haben sich in den vergangenen 50 Jahren verschiedene außergerichtliche Streitbeilegungsformen entwickelt, zu denen auch die Mediation gezählt wird.

Mediation bietet unter den ADR Verfahren am konsequentesten die Möglichkeit einer einvernehmlichen Regelung mit Unterstützung eines Dritten an.

Für die außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren hat sich weltweit der Begriff ADR Verfahren (Alternative Dispute Resolution) eingebürgert (vgl. dazu Mähler/Mähler in: Becksches Rechtsanwaltshandbuch, München, 2011, S. 1492ff.) Neben der Mediation zählen dazu vor allem Schlichtung und Schiedsverfahren:

Schlichtung ist ein Verfahren, in dem ein neutraler Dritter nach Anhörung beider Parteien einen Schlichtungsspruch fällt. Dieser ist nicht verbindlich, erzeugt aber wegen der Autorität des Schlichters oder der Veröffentlichung des Vorschlags einen hohen Einigungsdruck. Es fehlt dem Schlichter letztlich die Neutralität des Mediators.

Das Schiedsverfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der Schiedsrichter einen Schiedsspruch fällt. Dieser ist für beide Parteien verbindlich und kann in der Regel auch ohne weiteres vollstreckt werden. Wegen dieser Letztentscheidungsbefugnis steht das Schiedsverfahren dem Gerichtsverfahren näher als der Mediation.

Im Jahr 2007 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Verfahren außergerichtlicher Streitbeilegung grundsätzlich Vorrang vor der richterlichen Entscheidung haben: „Eine zunächst streitige Problemlage durch eine einverständliche Lösung zu bewältigen, ist auch im modernen Rechtsstaat grundsätzlich vorzugswürdig gegenüber einer richterlichen Streitentscheidung.“ BVerfG 1 BvR 1351-01, Abs.35. (sog. Grundsatz des Vorrangs außergerichtlicher Streitbeilegung)

Coaching

Als Beratungsverfahren dient Coaching der ziel- und zukunftsorientierten Entwicklung von Haltungen und Kompetenzen für Einzelpersonen und Teams. Dies kann im Kontext von Beruf, Karriere aber auch im persönlichen Bereich geschehen. 

Im Gegensatz dazu ist Mediation jedenfalls seit Schaffung des Mediationsgesetzes ein geschütztes Verfahren. Sie ist deutlich strukturierter und zielt auf eine rechtsverbindliche Vereinbarung.

Psychotherapie

Auf Behandlung psychischer, psychosomatischer Krankheiten, Leiden und Verhaltensstörungen zielt die Psychotherapie. Hier steht die Person im Fokus, auch wenn die Lösung eines aktuellen Konflikts eine Therapie begleiten kann. Die gesetzlichen Regelungen über die Ausübung der Psychotherapie stehen im Psychotherapiegesetz.  Zentraler Gegenstand der Mediation sind demgegenüber Konfliktanalyse und Konfliktbearbeitung.